Welschriesling

Welschriesling Trauben im Weingarten

Welschriesling hat es sich in Österreich bequem gemacht – als unkomplizierter Trinkwein ohne große Ambitionen. Vinifizieren lässt er sich einfach, aber ihm Struktur und Charakter zu geben ist eine andere Sache. Dabei bringt die Sorte alles mit: Sie kommt hervorragend mit langen Trockenphasen zurecht und ist damit eine der Rebsorten, die dem Klimawandel gelassen begegnen kann. Besonders im trockenen pannonischen Klima. Vom Riesling im Namen sollte man sich aber verabschieden – in heißen und niederschlagsarmen Jahren zeigt sich eher wie ein Welsch-Burgunder mit Fülle und Schmelz aber trotzdem moderatem Alkohol. Die absolute Herausforderung liegt im Erntezeitpunkt. „Zeitig wird er waun er die Standa heat“ (Standa=Erntebehälter die auf dem Weg in den Weingarten sind) so das geläufige Sprichwort – er reift plötzlich und schnell, und kippt ebenso schnell in die Überreife. Genau diesen Moment richtig zu treffen ist selbst für gestandene Winzer und Winzerinnen jedes Jahr eine Herausforderung.

Unser Ried Vogelsang auf Ruster Schotter liefert die Grundlage für einen Lagenwelschriesling, der seinen Namen verdient: Substanz, Mineralität und eine Komplexität, die man der Sorte oft gar nicht zutraut. Dass dieser Anspruch aufgeht, zeigen die Auszeichnungen: mehrfacher Jury-Wein bei der Wöschmeisterschaft und bereits 2001 der erste Welschriesling Salonsieger aus dem Burgenland überhaupt. Und im edelsüßen Bereich spielt der Welschriesling bei uns konsequent in der Weltklasse – unsere Trockenbeerenauslese 2007 wurde von Decanter mit 96 Punkten bewertet. Vom trockenen Lagenwein bis zur TBA: Wer dem Welschriesling die richtige Bühne gibt, wird belohnt.